Páramo – die einzigartige Landschaft in Kolumbien

Páramo ist eine einzigartige Landschaft, die dich bestimmt aus den Socken haut.

Du siehst eine weite Grasfläche, Wahnsinns-Aussichten rundherum und dann sind da diese Frailejones. Fass sie mal an… oh ich würde sie am liebsten kuscheln!

 

Paramo die einzigartige Landschaft

Páramo ist: mega Landschaft, Gräser und Frailejones

Kommst du über die Baumgrenze der tropischen Regionen, also auf 3.000 bis 4.800 Höhenmeter, so triffst du auf eine ganz besondere Vegetationsform: den Páramo. Eine wunderbare Steppenlandschaft, die geprägt ist von Gräsern, Hochlandkräutern und besonderen Pflanzen, die nur hier wachsen, wie die Frailejones. Dazu unten mehr. Dein Auge weidet sich an dieser besonderen Landschaft und den weiten Flächen, Aussichten, Gipfeln und Wasserfällen.

Weißt du, Páramos sind wie Schwämme für die unteren Höhenlagen. Die Landschaft eines Páramos wird häufig von Wolken durchzogen und die Vegetation ist darauf ausgerichtet das durchziehende Wasser aufzunehmen.

Reist du nach Kolumbien? Super, denn der größte Anteil (ca. 60 %) der weltweiten Páramo-Flächen befindet sich im abwechslungsreichen Kolumbien. Daher solltest du es auf deiner Kolumbienreise nicht verpassen über die wunderbare Páramo-Landschaft in den kolumbianischen Anden zu staunen.

Weich, kuschelweicher, Frailejones!

Sie durchziehen die ganze Páramo-Landschaft: die Frailejones (sprich Freilehones). Eine mannshohe Pflanze, die zum Kuscheln einlädt. Denn ihre dicken Blätter sind mit so vielen weichen Haaren durchzogen, die sind flauschig das kann man sich nicht vorstellen. Wenn man sie ansieht könnte man denken die Blätter des Freilejones wären rau. Aber dann berührst du sie und ooooh!! In Perwoll gewaschen?!?

„Frailejones“ heißt großer Mönch. Durch ihre mannshohe Größe und Statur sieht eine nebelige Paramo-Landschaft so aus, als würden dort lauter Mönche stehen. So kamen die Pflanzen zu ihrem Namen. Mönche zu kuscheln wäre aber komisch. Ok ich geb’s zu, Pflanzen auch… 😀

Die Frailejones heißen wissenschaftlich übrigens Espeletia und gehören zur selben Pflanzenfamilie wie die Sonnenblume oder das Gänseblümchen.

Frailejones kommen nur im Páramo vor, denn sie brauchen die Höhe aber gleichzeitig die Tropen, damit sie wachsen können. Denn ohne die Tropen wäre es ihnen zu kalt auf dieser Höhe und ohne Höhe zu heiß. Sie gehen leider ein, wenn sie dort wachsen, wo es nachts auch noch über 20 °C hat. Frailejones gelten daher als schwer bis gar nicht kultivierbar.

Die Pflanze wächst nur etwa 1 cm pro Jahr! Kannst du dir vorstellen wie alt diese Frailejones auf dem Bild sein müssen?!

Über die Jahre bilden die Frailejones einen dicken Stumpf, der ihnen die typische Form gibt. Die toten unteren Blätter bleiben an der Pflanze hängen, und bilden so eine natürliche Winterjacke, die man im Páramo unbedingt braucht, wo es nachts auch mal Minusgrade haben kann.

Lass also die trockenen Blätter dran, damit der Mönch nicht nackig dasteht.

Die bedrohten Frailejones haben übrigens eine super wichtige Aufgabe: Sie nehmen die Feuchtigkeit aus den vorbeiziehenden Wolken auf und geben das überschüssige Wasser wieder über die Wurzeln an die Erde ab. Sie tragen damit einen wichtigen Teil zur Bildung und Erhaltung des Wasservorkommen bei.

Páramos in Kolumbien

Nichts ist vergleichbar mit den Páramo Ausblicken, die du in Kolumbien bekommst. Neben Kolumbien findest du Páramos auch in Venezuela, Ecuador, Peru und teilweise auch im tropischen Afrika. Zwar gibt es Páramo Landschaften auch im saftigen Costa Rica und Panama allerdings nur auf kleinen Flächen. Und wie erwähnt hat Kolumbien am meisten davon, yeah! 😎

Die Berge waren es, die uns nach all den Traumstränden wie den San Blas Inseln und dem Golf von Chiriquí in Panama, nach Kolumbien zogen. Klar, dass wir uns nach all den Muntermachern in der tiefer gelegenen Kaffeezone auch die besondere Páramo-Landschaft anschauen mussten.

Rosa Arnica Blüte

Páramos kannst du an zahlreichen Orten Kolumbiens sehen. Z.B. bei einer Wanderung ins Sanctuario de fauna y flora de Iguaque in der Nähe von Villa de Leyva.

Wir haben uns dafür entschieden uns den Los Nevados Nationalpark anzuschauen und das Páramo de Ocetá. Das Páramo de Oceta liegt tiefer als die meisten Abschnitte des Los Nevados, somit unterscheiden sich die beiden Gegenden landschaftlich und der Oceta Páramo ist etwas grüner und saftiger. Beide sind für Touristen gut zugänglich und ein unterschiedlicher Augenschmaus.

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Los Nevados Nationalpark

Schild Parque Nacional Los Nevados

Wunderbare Páramo-Landschaften, Vulkane, Wasserfälle und heiße Quellen: das ist der Los Nevado Nationalpark. Für uns war gleich klar: den müssen wir uns anschauen. Du auch! 🙂

Offizielle Informationen zum Park findest du hier (Spanisch).

Nevado del Ruiz

Den schneebedeckten 5.312 m hohen und aktiven Vulkan Nevado del Ruiz zu sehen, ist eine der beliebten Aktivitäten im Park. Aufgrund seiner Höhenlage ist er immer schneebedeckt, was ihm seinen Namen gab (nevado = schneebedeckt / verschneit).

Wegen seiner vulkanischen Aktivität ist es nicht erlaubt ihn zu besteigen. Man kann bis zum Valle de las Tumbas wandern und kann von dort aus zur Schneegrenze wandern und den nahen Blick auf den Vulkan genießen. An klaren Tagen sieht man den Gipfel aber auch von anderen Spots. Wir haben seinen Gipfel auch gesehen als sich die Wolken verzogen.

Páramo und Vulkane des Los Nevados erkunden

Paramo Landschaft in Kolumbien im Parque Nacional Los Nevados

Wir haben lange überlegt wie wir den Los Nevados Nationalpark erkunden. Du kannst einen geführten Mehrtages-Trek machen, geführte Allrad-Touren unternehmen, selbst mit dem Allrad auf den offiziellen Straßen des Parks fahren und von Salento aus auch selbst wandern gehen. Ansonsten ist ein Guide Pflicht.

Unsere Páramo Los Nevados Tour: mega!

Allrad-Fahrzeug bei der Paramo Tour im Parque Nacional Los Nevados

Wir hatten eigentlich mal wieder richtig Lust auf einen Mehrtages-Trek. Z.B. eine Wanderung von Manizales nach Salento, wo wir sowieso als nächstes hinwollten.

Irgendwie haben wir uns dann doch dafür entschieden den Los Nevados gemütlich in einer Ein-Tages-Allradtour zu erkunden. Es war kurz aber richtig cool!

Wir hatten eine Allrad-Aussichtstour mit kleiner Wanderung zu heißen Quellen, baden in heißen Quellen, Mittagessen in einer Berghütte und Downhill zum Schluss.

Die Landschaften des Los Nevados sind einfach unglaublich. Ständig wollte ich stehen bleiben und gucken. Häufig war es wolkenverhangen aber trotzdem umwerfend.

Wir hielten an einer Lagune, einem Wasserfall und den heißen Quellen.

Heiße Quellen inmitten des Páramo

Es gibt mehrere heiße Quellen im Nationalpark. Sogar ein richtiges Thermalbad mit Hotel*!

Unsere Tour führte uns aber zu einer naturbelassenen Quelle. Das war viel mehr nach unserem Geschmack. Hier strömte ein Fluss durch die Páramo-Landschaft und plätscherte über Felsen, die natürliche Becken bildeten. Ahh wie herrlich entspannend!

Ein purer Genuss sich an der schönen Natur zu weiden und dabei den Muskeln etwas Gutes zu tun und zu chillen.

Danach spazierten wir ein Stück den Fluss hinauf. Näher zur Quelle, wo es an diesem Tag zu heiß zum Baden war. Das Wasser und die Steine bildeten eine knallige Farbexplosion von grellem türkis, grün und gelb während die Puya-Pflanzen (dieses buschige Ding) am Flussbett ein orangenes Röckchen zu tragen schienen.

Heiße Quellen im Paramo des Parque Nacional Los Nevados

Downhill im Parque Nacional Los Nevados

Downhill the Páramo

Das Highlight für uns Action- und Naturliebhaber war die Downhill Tour zum Schluss. Wir starteten auf deutlich über 3.000 m in karger Páramo-Landschaft.  Zuerst über Asphalt dann über Schotterpisten ging es 2.000 Höhenmeter bergab.

Bei unglaublichen Aussichten und einer spaßig-genussvollen Fahrt haben wir hautnah erlebt wie sich die Vegetation ändert: von braun-roter Steppe, über dichten Nebelwald bis ins beweidete Tal ging es bergab. Mega!

Tour mit Paramo Paraiso:

Wir haben unsere Tour mit dem kleinen Anbieter Paramo Paraiso (Facebook-Seite) unternommen (100.000 COP ca. 28 €). Sie gehören zu Air Nomads mit denen du auch Gleitschirmflüge von Manizales / Salento aus buchen kannst.

Eine Versicherung war inklusive. Ist auch verpflichtend für Ausflüge in den Los Nevados.

Unser venezolanischer Guide Gabriel hat uns viel übers Páramo erzählt, war witzig, nett und die Tour mit ihm hat mega Spaß gemacht. Er hat immer gehalten, wenn wir die Landschaft genießen oder Fotos schießen wollten.

Mittagessen, Snacks und Wasser waren inklusive. Die Tour war sehr abwechslungsreich, hat uns beiden sonst „Tour-Hassern“ sehr gut gefallen und hatte mit dem Baden und Biken auch einen coolen Fun-Faktor. Für die kurze Wanderung zum Bad solltest du ein bisschen fit sein. Gerade nach einem heißen Bad ist der Aufstieg zurück zum Auto kurz aber Kräfte zehrend. Und fürs Downhillen solltest du auch nicht ganz ungeschickt sein. Du kannst dir aber die Zeit nehmen, die du brauchst und der Guide fährt immer voraus, um ankommende Autos zu warnen. Die Fahrräder waren in gutem Zustand.

Wie kommst du in den Los Nevados Nationalpark?

Felsige Paramo Landschaft im Parque Nacional Los Nevados Kolumbien

Von Manizales aus:

Den Abschnitt des Los Nevados Nationalpark, wo es zu den heißen Quellen und auch zum Nevado del Ruiz geht erreichst du am besten von Manizales aus. Nach Manizales kommst du z.B. gut mit einem Direktbus aus Medellín.

Wenn du nicht selbst ein Fahrzeug hast oder eines mietest (Allrad), dann ist eine Wander- oder Allradtour die beste Option. Wir haben unsere direkt über unser Hostel* gebucht.

Ein öffentlicher Bus fährt ganz selten durch den Park, um den wenigen Anwohnern eine Anbindung zu bieten. Aber der ist so langsam und fährt so selten, den empfehlen wir dir nicht, wenn du die Páramo-Landschaften an einem Tag erleben willst.

Übernachtung in Manizales:  In Manizales haben wir im Golden Frog Mountain Hostel* übernachtet. Sauber, sicher, zentral, schön eingerichtet, mit Hängematten, Dachterasse freundlichem Personal und gutem Frühstück. Über das Hostel haben wir die super Tour empfohlen bekommen.

Von Salento aus:

Von Salento aus kannst du Wanderungen auf eigene Faust ins Valle de Cocora (dazu bald mehr) und außerdem noch weiter hoch ins Páramo des Los Nevados Nationalparks unternehmen. Wir hatten große Lust darauf, haben uns aus Zeitgründen aber doch dagegen entschieden.

Eine gute Beschreibung wie du alleine im Los Nevados Nationalpark wandern und wo du schlafen kannst, findest du hier (Englisch). Wir haben gehört, dass es teilweise sehr matschig werden kann auf diesen Wegen.

Anfahrt nach Salento: Um nach Salento zu kommen musst du von Bogotá aus in Armenia umsteigen. Von Manizales aus steigst du kurz vor Armenia um. Gib dazu dem Busfahrer einfach Bescheid, dass du nach Salento möchtest.

Übernachtung in Salento:  Salento ist einen Besuch wert, weil es eines dieser schnuckeligen kolumbianischen Dörfer ist und du von dort gut ins Valle de Cocora kommst. Wir haben in der Casa la Eliana* übernachtet. Sie bieten mehrere Appartments und Zimmer an. Mal in einem separatem Haus und mal in einer kleinen Gartenanlage. Alle sauber und nett. Das zugehörige Restaurant bietet indische Küche an. Es war ok, wir hatten aber schon deutlich besseres indisch gegessen.

Das Páramo de Ocetá

Das Páramo de Ocetá zieht sich über verschiedene Höhenlagen von ca. 2.950 m bis 3.950 m hinauf. Man sagt es sei eines der schönsten und am besten erhaltenen Páramos auf der Welt. Ja, es ist bezaubernd!

Es liegt in den östlichen Gebirgszügen der kolumbianischen Anden.  Vor der Belagerung durch die Spanier wurde es von den indigenen Muisca – auch Chibcha genannt – bewohnt.

Heute finden sich noch Petroglyphen (Felsenbilder) der Muisca im Páramo de Ocetá. Nicht alle sind jedoch originell. Einige Petroglyphen wurden erst in der heutigen Zeit angefertigt in Erinnerung an die Vorfahren. Zum Beispiel all die Statuen entlang des Weges.

Unser Guide erzählte uns Geschichten, zeigte uns natürlich geformte Felsenbecken, die früher von den Muisca Frauen zum Gebären der Kinder verwendet wurden und führte uns dabei stetig bergauf.

Während wir hechelten, immer höher gingen und diese langen Klumpen namens Beine mit uns zogen, wechselte die Landschaft. Unten dominierten noch bunte Bergkräuter die Aussicht, wir kamen an einem Meer aus blauen Lupinen vorbei, Büschen mit Flechten, Felsen mit Moosen und dann sahen wir die kuschelwuscheligweichen Frailejones. 🙂

Ciudad de Piedra

Plötzlich tat sich vor uns eine Landschaft voller moosbewachsender Felsen auf. Es sah aus, als wären hier mehrere Steingebäude eingestürzt. Wir hatten die Ciudad de Piedra (Stadt aus Stein) erreicht. Die „Stadt“ das sind Felsformationen von bis zu 15 m Höhe, durchzogen mit Spalten und Schluchten, die wir erkundet haben.

Die zusammengefallene Stadt war aber nie eine richtige Stadt. Na ja nicht ganz, denn einer Legende nach gehörte die Stadt einst Elfen. In der Stadt findet man auch einen flachen Stein, der wie eine Tafel wirkt. Der „mesa de los sacrificios“ (Opfertisch) soll früher zur Vollbringung menschlicher Opfer gedient haben.

Páramo de Ocetá mit oder ohne Guide?

Obwohl wir sonst gerne auf eigene Faust wandern, war hier ein Guide sehr empfehlenswert:

  1. weil er vorgeschrieben ist
  2. weil wir die Wege sonst nicht so eindeutig gefunden hätten. Vor allem kann es im Páramo sehr schnell zu Wetterumschwüngen kommen und dann siehst du gar nichts mehr.
  3. weil dir der Guide viel Interessantes erzählt, auch wenn es auf Spanisch ist. Unser Guide war unglaublich lieb und bemüht die Sachen so zu erzählen, dass wir sie verstehen. Das geht halt nur mit Spanisch-Grundkenntnissen.

Für die Wanderung im Páramo de Ocetá solltest du fit sein. Es ist ein Ganztagesausflug und du überwindest ca. 800-9.00 Höhenmeter in eine Richtung. Deine Wanderung startet schon auf 2.900 Höhenmetern, also ist bereits am Startpunkt die Luft etwas dünn.

Wie kommst du in das Páramo de Ocetá?

Das Páramo de Ocetá erreichst du gut von den Dörfern Mongua oder Monguí aus. Für eine Wanderung im Páramo de Ocetá ist ein Guide verpflichtend. Den kannst du dir vor Ort z.B. über deine Unterkunft organisieren.

Wir sind von Monguí aus gestartet. Dort haben wir im Porton de Ocetá* übernachtet, wo es abends immer ein Kaminfeuer gab und über die Unterkunft auch unseren freundlichen Guide organisiert.

Anfahrt nach Monguí: Um nach Monguí zu kommen musst du nach Sogamoso. Von dort fahren mind. jede halbe Stunde kleine Busse für 4.000 COP (ca. 1 €) in weniger als einer Stunde nach Monguí. Wir sind von San Gil nach Sogamoso angereist. Dazu haben wir einen direkten Bus nach Sogamoso genommen. Auch von Bogotá fahren Direktbusse nach Sogamoso. Von Villa de Leyva aus musst du in Tunja umsteigen, um nach Sogamoso zu kommen.

 

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Viel Spaß im Páramo wünschen dir Anna & Chris!

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