Wandern im Stirling Range: Das “Gebirge” Westaustraliens

Die „Berge” Westaustraliens 2: der Stirling Range National Park

Dort wo im australischen Frühling tausende von Blumen erblühen, lohnt es sich auch außerhalb der Blumensaison vorbeizuschauen.

Das fanden wir auch und verbrachten einen Tag zum Wandern im Stirling Range Nationalpark.

Im Australischen Frühling von ca. August bis Oktober blühen im Stirling Range zahlreiche Orchideen.

Wahnsinnig schön stellten wir uns das vor und ein Muss für jeden Botanikliebhaber. Leider war aber eben gerade keine Saison.

Zwei Dumme ein Gedanke…

Wir waren gerade unterwegs zu unserem neuen Campingplatz in der Nähe des Stirling Range Nationalparks.

Wir fuhren von der Asphaltstraße ab und es bot sich uns eine fantastische Aussicht über Felder mit den Bergen des Stirling Range im Hintergrund.

Ich sagte zu Christoph: „Wie wäre es, wenn wir die Drohne hier fliegen lassen?“.

Wir wollten ja schon länger eine schöne Aufnahme von oben beim Autofahren machen. Hier würde es sich doch perfekt anbieten. Weite wunderschöne Landschaft und keine anderen Autos.

Gesagt getan. Chris flog die Drohne (vom Auto aus), ich fuhr das Auto. Ich sagte noch „pass aber auf die Bäume auf“, auch wenn es hier nicht viele gab. Aber die, die es gab, waren direkt neben der Fahrbahn.

Bsss die Drohne flog um uns, über uns, vor uns. Bsss. Christoph war wie im Rausch.

Und dann: ein „Neeeeeeeeein!!!“ und schweigen.

Ich halte an. „Was ist?“.

Christoph hatte unsere Drohne gecrashed. 😯 So schaut’s aus.

In seinem Übermut hat er sich wahrscheinlich gedacht „Yeah und jetzt fliege ich zwischen Auto und Baum vorbei. BÄM, das wird  geil!“

Und BÄM wurde es, aber nicht geil, sondern Unheil.  Gecrashed gegen einen der wirklich vielen, vielen und sehr zahlreichen Bäume hier in der Landschaft…

Irgendwie hatte er wohl den Sportmodus angeschaltet. Versehentlich, ohne es bemerkt zu haben.

Und die Drohne reagierte viel schneller als im normalen Modus üblich. Zu schnell. 🙁 Zusätzlich ist Sportmodus die Hinderniserkennung abgeschaltet. Wie praktisch. 😀

Das war’s dann mit unserer Drohne und den schönen Aufnahmen von oben. *heul*

Ein teures Stück Schrott

Wir waren beide schlecht drauf. Wir liebten unsere Aufnahmen Drohnenaufnahmen und jetzt konnten wir ein Stück Schrott mitschleppen. Ein teueres Stück Schrott noch dazu. 🙁

Ja und Hauptsache wir haben sie die ersten Monate unserer Bruchteil-Welt-Reise nicht geflogen, weil es bei diesem zum damaligen Zeitpunkt noch brandneuen Modell Probleme gab. Reihenweise wurde gemeldet, dass Drohnen einfach und ohne Vorwarnung vom Himmel gefallen sind.

Wir wollten auf News zur Problembehebung warten. Nur schwieg der Hersteller dazu.

Also beschlossen wir, es mache keinen Sinn unnötig lange zu warten und fingen doch an sie zu fliegen.

Jetzt aber können wir gar nicht mehr fliegen. Aber selbstverschuldet. 😉

Aber vielleicht lässt sie sich ja noch reparieren. Daher suchten wir erstmal die Drohnentrümmer um den Baum herum zusammen, bevor wir weiterfuhren (auch, um keinen Müll in der Natur zu hinterlassen).

Update März 2018: Ja Dronie lebt wieder! Chris hat die Drohne repariert und sie ist wieder einsatzbereit. Die “Operation” könnt ihr euch hier in unserem youtube Video ansehen.

Depri sein bringt auch nichts

Angekommen am Campingplatz, dachte ich mir: „Was bringt es jetzt noch depri zu sein“. Klar ist es schade, klar war sie teuer, aber es ist die schlechte Laune nicht wert. Es ist nur materieller Verlust und schlechte Laune macht die Situation nicht besser.

Ich zwang also Christoph in die Kamera zu gestehen 😀 , was er gerade getan hatte und hoffte er bekommt dadurch auch bessere Laune. Und irgendwie wurde dann ein echter Spaß aus der Situation. Das ist sowieso das Beste was man daraus machen kann.

Unseren Spaß könnt ihr euch im zugehörigen Video anschauen.

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Video-Link: https://youtu.be/5ZFTcJ1wmbw

Wir haben sie bis heute noch nicht repariert. Aber Christoph hat schon zwei unterschiedliche Ideen, wie er das angehen will. So sind jetzt gerade nicht nur die kaputte Drohne mit auf Reisen, sondern auch noch Werkzeug zum Reparieren. Wir werden berichten. 😉

So und jetzt nun zum eigentlichen Thema:

Wandern im Stirling Range Nationalpark: Rauf auf den Bluff Knoll!

Begleitet mit ständigen „ach keine Drohne mehr“ Seufzern, starteten wir am nächsten Tag wieder eine Wanderung. Im Stirling Range Nationalpark, einem der Top 35 Hotspots auf der Welt, was die Biodiversität betrifft.

Der Stirling Range Nationalpark ist neben seinen zahlreichen Frühlingsblumen auch für seine „Berge“ bekannt. Wir konnten uns vor lauter schönen Wanderungen nicht entscheiden, wählten dann aber doch das „Must do“ des Parks, nämlich den Bluff Knoll, aus.

Und wisst ihr was? Orchideen gab es zwar keine mehr, aber es blühte trotzdem recht viel und sehr schön. Es war immerhin noch Ende der Frühlingszeit.

Seelen schwirrten um den Berg

Nach nur wenigen Schritten der Wanderung begrüßte uns der Bluff Knoll mit Sonnenschein und herrlich blauem Himmel, der zuvor noch durch graue Wolken verhüllt war.

Die grauen Wolken sind im Glauben der Nyoongar Ureinwohner alte Seelen, die die Bergspitze umschwirren. Der Berg Bluff Knoll (Bular Mial) ist nämlich das zu Hause eines mächtigen Ur-Wesens. Der Ort ist den Aborigines spirituell sehr wichtig, daher ist hier Respekt angebracht.

Oben warteten Eidechsen, ein paar weitere Touristen und eine grandiose Aussicht auf uns.

Wie immer wunderten wir uns über das warme Blut der Australier. Die Sonne schien zwar, aber uns kühlte der Wind nach einer Weile trotz Fleece und Jeans aus. Während einige Australier hier fröhlich in Höschen und Shirt rumhüpften. Brrr.

Wir machten uns dann mal auf den Rückweg.

Liebe Grüße Anna & Chris!

Unser Video zum Bluff Knoll findet ihr unten.

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Infos zum Wandern im Stirling Range Nationalpark und mehr

Wer von Osten nach Esperance unterwegs ist (oder umgekehrt), kann das Stirling Range und/oder Porongurup super in die Route einbauen, ohne Umwege. Wer jedoch noch in den Westen des Fitzgerald River Nationalparks möchte, muss mit Umwegen rechnen. Der Osten ist aber problemlos ohne Umweg zu erreichen. Haben wir ach so gemacht 😉 .

Die Stirling Range und der Porongugup sind auf jeden Fall einen Aufenthalt wert!

Wanderungen (gute Kondition vorausgesetzt):

  • Bluff Knoll: 6 km hin und zurück. 3-4 Stunden. Mit 1095 m ist der Bluff Knoll die höchste Anhöhe in der Südhälfte Australiens.
  • Mount Trio: 3,5 km hin und zurück. Ca. 3 Stunden. 856 m hoch. Schöne Aussicht auf die umliegenden Gipfel.
  • Mount Hassell: 3 km hin und zurück. Ca. 3 Stunden. 827 m hoch. Schöne Aussicht auf den Toolbrunup Peak. Beliebte Wanderung.

Die folgenden Wanderungen sind noch etwas anstrengender als obere drei.

  • Toolbrunup Peak: 4 km hin und zurück. Ca. 3-4 Stunden. Nach dem Bluff Knoll der zweithöchste Berg im Stirling Range Nationalpark. Nach einem steilen, felsigen Aufstieg zum Schluss, erwartet einen eine fantastische Aussicht.
  • Mount Magog: 7 km hin und zurück. 3-4 Stunden. 856 m hoch. Die Wanderung führt zuerst durch offene Flächen und dann durch dichten Busch.
  • Talyuberlup: 2,6 km hin und zurück. Ca. 783 m hoch. Steiler Aufstieg durch unterschiedliche Vegetationen. Ausblicke sowohl auf die Stirling als auch auf die Porongurup Gebirgskette.

Schöne Landschaftsfahrten:

Wem die Wanderungen zu anstrengend sind, der kann trotzdem schöne Aussichten genießen.

  • Eine Fahrt zum Parkplatz beim Bluff Knoll bietet aufgrund der Anhöhe auch schon sehr schöne Ausblicke. Darüberhinaus ist der Blick rauf auf den Bluff Knoll wunderbar.
  • Dem Stirling Range Drive folgend (folge dem Schild Stirling Range Dr oder Scenic Drive), kann man 42 km lang wundervolle Ausblicke auf die Berge des Parks erhalten. Achtung! Es handelt sich durchweg um eine Schotterpiste. Dieser ist mit einem 2WD befahrbar, beachte aber deine Versicherungsbedingungen für den Ernstfall. Bei uns waren z.B. nur Abstecher von max. 12 km auf Schotterpisten erlaubt.

Übernachtung:

Viel Auswahl gibt es hier nicht.

Innerhalb des Nationalparks:

  • Wer nur mit dem Zelt kommt, kann bei Moingup Spring übernachten. (11 $/Person + Nationalparkgebühr).

Außerhalb des Parks:

  • Stirling Range Retreat: Direkt bei der Einfahrt Richtung Bluff Knoll.
  • Wir haben im Mount Trio Bush Camping and Caravan Park übernachtet. Mit 36 $ für zwei Personen etwas teuer dafür, dass es eigentlich ein recht einfacher Campingplatz ist. Andererseits werden einem hier Waschmaschine, Duschen und Küche mitten im Busch geboten. Das ist seinen Preis dann doch wert. Wir fanden den Platz Hammer. Tolle Sonnenuntergänge und Blick auf den nahe gelegenen Mount Trio.

https://parks.dpaw.wa.gov.au/park/stirling-range

Dieback (Wurzelfäule durch Phytophtora)

Leider grassiert in den Nationalparks Australiens die Wurzelfäule (engl. Dieback).

Dieback ist eine Wurzelfäule, die durch den pflanzenschädigenden Protisten Phytophtora hervorherufen wird.

Die Pflanzen sterben, weil ihre Wurzeln verfaulen. Das Problem ist allgegenwärtig, allerdings ist der Stirling Range National Park besonders betroffen.

Vorsichtsmaßnahmen, die du ergreifen kannst, um die Ausbreitung zu verhindern (Tipps des Department of Parks and Wildlife):

  • Putze dir vor und nach dem Besuch eines Nationalparks die Schuhe, damit du keine Phytophtora weiterverbreitest. Häufig stehen in besonders betroffenen Gebieten zu Beginn der Wanderwege Putzstationen bereit. Nutze sie!
  • Bleibe auf den gekennzeichneten Pfaden.
  • Betrete keine verbotenen oder aktuell gesperrten Wege.
  • Wenn du die Möglichkeit hast, putze die Autoreifen, bevor du in einen Nationalpark fährst.
Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/yqCBsV6r3fE

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Oder wie wäre es mit kostenlosem Übernachten mittels House Sitting? Australien eignet sich perfekt dafür!

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