Panamakanal – Dein Guide zur wichtigsten Abkürzung Amerikas

„Sollen wir hin?“

„Hmm. Nee ist doch irgendwie nicht interessant, oder?“

Und doch gingen wir hin und waren fasziniert.

Vom Panamakanal.

Von der Ingenieurskunst.

Von seiner Bedeutung.

Wie wäre es, wenn du dem Kanal auch einen Besuch abstattest?

Genau dafür gibt’s jetzt hier alle Infos für dich.

Panamakanal, Miraflores Locks, Gatun Lake

1. Panamakanal: Kurze Geschichte

Lange bevor es den Panamakanal gab, wurde der schmale Landstreifen namens Panama bereits für den Warentransport von einem Ozean zum nächsten genutzt.

Aber warum gerade durch Panama?

Weil das zentralamerikanische Land der schmalste Punkt des gesamten amerikanischen Kontinents ist.

Perfekt!

Auf der einen Seite wurden die Waren und die in Südamerika erbeuteten Reichtümer entladen und über Land vom Pazifik zur Karibik transportiert und nach Europa gesegelt.

Was war die Alternative?

Die Schiffe mussten am gefährlichen Kap Hoorn, dem südlichsten Punkt des südamerikanischen Kontinents vorbeisegeln.

Aufgrund dieser strategischen Bedeutung, entstand schon im 16. Jh. die Idee einen Wasserweg zu bauen, der die beiden Ozeane Pazifik und Atlantik verbinden würde.

Bis tatsächlich Hand angelegt wurde, dauerte es aber ein bisschen, wie dir unsere kleine Zeittafel zeigt:

  • 1880: Erste Bauarbeiten unter französischer Leitung.
  • 1889: Die Bauarbeiten wurden aufgrund finanzieller Probleme und tropischer Krankheiten (ca. 22.000 Arbeiter starben an Gelbfieber und Malaria) beendet.
  • 1903-1979: Die USA haben die Hocheit über die „Kanalzone“. Die Kontrolle dieser Fläche Panamas, die den kompletten Kanal und Abschnitte auf jeder Seite umfasst führt immer wieder zu Unruhen und Ausschreitungen.
  • 1904: Wiederaufnahme des Baus durch die USA
  • 1914: Eröffnung des Kanals und Betrieb durch die USA.
  • 1963: Ab jetzt arbeitet der Panamakanal im 24-Stunden-Betrieb.
  • 1977: Unterschrift der Torrijos-Carter-Verträge in denen festgeleg wurde, dass die Kanalzone bis zum Jahr 2000 wieder an Panama zurückgegeben werden soll.
  • 1979-1999: Gemeinsame Kontrolle der Kanalzone durch die USA und Panama.
  • 2000: Beginn der kompletten Eigenverwaltung des Kanals durch Panama.
  • 2007: Beginn der Bauarbeiten zur Erweiterung des Kanals.
  • 2016: Einweihung der Erweiterung des Panamakanals.

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2. Panamakanal: Fakten

Tankschiff auf der Pazifikseite des Panamakanals

Hier bekommst du Angeberwissen zum Panamakanal 😉 :

  • Die Baukosten des (ersten) Panamakanalabschnitts betrugen 375.000.000 US$.
  • Beim Bau des Kanals wurde die dreifache Menge an Erde ausgegraben im Vergleich zum Bau des Suezkanals.
  • Ca. 22.000 Menschen starben beim ersten Bau des Kanals unter französischer Leitung und erneute 5.600 Menschen bei der Fertigstellung durch die USA.
  • ca. 80 km ist der Panamakanal lang.
  • Der Panamakanal verfügt über 5 Schleusen mit insgesamt 12 Kammern:
    • Pazifik-Seite: 2x Miraflores, 1x Pedro Miguel, 3x Cocoli (2016 eröffnet)
    • Atlantik-Seite: 3x Gatún, 3 x Agua Clara (2016 eröffnet)
  • Auf der Atlantikseite lieg der Hafen von Colón und auf der Pazifikseite der Hafen Balboa (Panama Stadt).
  • Eine Passage dauert je nach Wetterbedingungen und Schiff 8-10 h.
  • ca. 27 m wird ein Schiff dabei angehoben und wieder abgesenkt.
  • Keine Pumpen helfen beim Befüllen der Schleusen. Sie werden nur durch Gravitation mit dem Wasser des künstlich aufgestauten Gatúnsees gefüllt.
  • Der 2016 eröffnete Abschnitt des Panamakanals kann Frachtschiffe der Panamax-Klasse mit bis zu 14.000 geladenen Containern durchlassen.
  • 500.000-800.000 $ kostete bisher eine Passage durch die 2016 neu eröffneten Schleusen.
  • 36 Cent betrug die kleinste jemals bezahlte Gebühr. Halliburton zahlte sie als er den Kanal 1928 durchschwamm.

3. Panamakanal: So kannst du ihn erleben

Die Einfahrt in den Panamakanal

Der Panamakanal ist mehr als nur die Schleusen an den Ozeanen. Es handelt sich dabei um den kompletten Wasserweg zwischen Atlantik und dem Karibischen Meer.

Daher kannst du den Kanal auf ganz unterschiedliche Art und Weise erleben.

  • Beobachte Schiffe direkt beim Ein- oder Ausschleusen von den Aussichtspunkten bei den Schleusen (Esclusas).
  • Fahre den Kanal mit einem historischen Zug entlang.
  • Fahre auf einem Boot mit und werde in den Kanal geschleust.
  • Erlebe die Artenvielfalt rund um den Gatúnsee bei einem Kajakausflug.

Dazu gibt’s jetzt hier mehr Infos für dich.

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3.1. Besucherschleusen des Panamakanals

3.1.1. Miraflores Schleusen (Pazifikseite)

Miraflores Schleusen des Panamakanals

Am besten und schnellsten erreichst du den Panamakanal von Panama Stadt aus, indem du zu den Miraflores Schleusen fährst.

Dort gibt es ein Besucherzentrum mit Aussichtspunkt auf die Schleusen. Benutzen die Schiffe gerade die Miraflores Schleuse, so fahren die Giganten der Meere fast direkt an deiner Nase vorbei. Etwas dahinter kannst du auch auf die Schiffe in der Cocoli Schleuse schauen.

Das Besucherzentrum liefert viele interessante Infos und lockert die Besichtigung mit Nachbildungen von z.B. einer Steuerzentrale auf. Ein 10-minütiger englischsprachiger Film versorgt dich stündlich mit Hintergrundinformationen.

Vor Ort findest du ein Café, das Getränke und Snacks zu angemessenen Preisen verkauft sowie das teure Atlantic & Pacific Restaurant.

Eintritt: Erwachsene 20 $, Kinder 6-12 Jahre 12 $ (jüngere Kinder kostenlos).

Öffnungszeiten: 08:00-18:00 (Kartenverkauf bis 17:15).

Hier findest du mehr Infos rund um das Besucherzentrum.

Wie kommst du hin?

Ganz easy nimmst du ab Albrook Terminal (Zone D) in Panama Stadt den Metrobus nach Miraflores. Die Endstation Miraflores befindet sich direkt vor dem Besucherzentrum. Auf Touren, Taxi und Co. kannst du verzichten, wenn du nur die Miraflores Schleusen besuchen willst. Die Anfahrt ist unkompliziert und alle Informationen, die du benötigst, erhältst du auf Englisch vor Ort. Der Metrobus fährt ca. alle 10-20 Min (0,25 $) ab Albrook Terminal. Alles rund um das Busfahren in Panama Stadt erzählt dir der verlinkete Abschnitt in unserem Backpacking Panama Beitrag.

Du bist nicht so gern auf eigene Faust unterwegs? Dann kannst du alternativ eine Tour buchen z.B. in Kombination mit einer Panama Stadt Besichtigung*.

Nachbildung einer Steuerzentrale eines Frachtschiffes bei seiner Passage durch den Panamakanal

3.1.2. Pedro Miguel Schleusen

Weiter nördlich der Miraflores Schleusen liegen die Pedro Miguel Schleusen. Sie haben kein Besucherzentrum. Hier kannst du kostenlos entlang der Straße die Schiffe beobachten.

Wie kommst du hin?

Ab Albrook Terminal (Zone H) bringt dich der Chilibre-Forestal Bus hierhin. Bitte den Busfahrer darum dich auf Höhe der Pedro Miguel Locks aussteigen zu lassen (andere Straßenseite).

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3.1.3. Agua Clara Schleusen (Karibikseite)

Die Agua Clara Schleusen liegen in der Nähe der Stadt Colón auf der Karibikseite. Auch hier findest du ein Besucherzentrum und einen Aussichtspunkt mit weiter Sicht auf den Gatúnsee.

Eintritt: Erwachsene 15 $, Kinder 6-12 Jahre und Studenten 10 $ (jüngere Kinder kostenlos) .

Öffnungszeiten:  08:00-16:00 (Kartenverkauf bis 15:15).

Hier findest du mehr Infos.

Wie kommst du hin?

Möchtest du die Agua Clara Schleusen besuchen, so solltest du besser auf eine Tour zurückgreifen. Wie wäre es z.B. mit eine Kombitour, bei der du auch das San Lorenzo Fort besuchst*, das auch auf der Karibischen Seite liegt?

Eine öffentliche Verbindung zu den Agua Clara Schleusen gibt es bisher nicht. Du kannst von Panama Stadt nach Colón fahren und von dort ein Taxi nehmen. Beachte aber, dass es sich bei Colón um eine gefährliche Stadt handelt, die du eher meiden solltest, v.a. wenn du allein unterwegs bist.

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3.2. Mit dem Zug den Panamakanal entlang (Panama Canal Railway)

Panama Canal Railway

Der einzige Zug Panamas fährt entlang einer historischen Strecke am Panamakanal entlang. Er nahm im Jahr 1855 zum ersten Mal den vollen Betrieb auf und transportierte Gold und Menschen.

Zugegeben die Fahrt mit dem Zug ist nicht so adrenalinausschüttend wie eine Achterbahnfahrt. Doch stelle dir vor welches Abenteuer auf die Reisenden im 19. Jh. wartete.

Waren sie auf dem Weg an die Westküste der USA? Vielleicht auf der Suche nach Gold oder was trieb sie an diese Strecke zu fahren? Wer weiß…

Während du aus dem Glaskuppeldach schaust, rauschst du am Kanal, den Schiffen, die ihn passieren und dem Dschungel vorbei. Ein einzigartiges Erlebnis.

Heute ist der Zug fast nur touristisch. Die einzigen Pendler, die diesen Zug benutzen sind Manager der Colón Free Trade Zone. Denn sie können den teuren Zug auf Kosten der Firma benutzen.

Panama Canal railway coach

Abfahrt des Zuges: Mo-Fr: Ab Bhf. bei Panama Stadt um 7:15 und zurück um 17:15 ab Colón.

Kosten: 25 $ Erwachsene, 15 $ Kinder. Kaffee und Snacks sind inklusive. Fahrscheine können direkt vor Ort vor Abfahrt gekauft werden. Mehr Infos gibt’s hier.

Beachte: Der Zug endet in der gefährlichen Stadt Colón. Sei daher sehr vorsichtig und nimm am besten sofort nach Ankunft ein Taxi. Selbst wenn der Busbahnhof nur 500 m vom Zugbahnhof entfernt ist.

Wie kommst du zum Zug?

Beste Alternative: Taxi oder Uber. Am besten nimmst du ein Taxi oder ein Uber von Panama Stadt direkt zum Bahnhof (ab 2 $ von Casco Viejo). Uber ist hier sogar besser, da viele Einheimische diesen Bahnhof nicht mal kennen. Mit deiner Eingabe bei Uber weiß der Fahrer aber gleich wohin du möchtest.

Bus: Direkt in der Nähe des Bahnhofs gibt es keine Metrobushaltestelle. Der Miraflores Metrobus fährt jedoch am Bahnhof vorbei (andere Straßenseite). Du kannst den Fahrer fragen, ob er dich abseits der Haltestelle aussteigen lässt. Dies ist in Metrobussen eher nicht üblich aber versuchen kannst du es ja. Alternativ findest du die nächstgelegene reguläre Haltstelle (Calle Antón) 500 m entfernt vom Bahnhof. Leider ist auch diese auf der anderen Straßenseite einer vielbefahrenen mehrspurigen Hauptstraße (wenn du aus Richtung Albrook kommst). Daher ist Metrobusfahren wirklich nicht die beste Alternative.

Um die Überquerung zu vermeiden, kannst du den „Ciudad del Saber“ Bus ab Albrook nehmen. So fährst du zwar länger (ca. 30 Min), kommst aber von der richtigen Straßenseite an (Busstation San Vicente).

Touren: Möchtest du die Zugfahrt mit anderen Aktivitäten kombinieren oder traust du dich nicht auf eigene Faust unterwegs zu sein, so ist eine Tour empfehlenswert.
Hier kannst du eine Kombitour mit dem San Lorenzo Fort* buchen oder hier eine Tour, die einen Besuch der Gatún Schleusen kombiniert*.

Blick auf ein Frachtschiff auf dem Gatun See des Panamakanals

3.3. Bootsliebhaber aufgepasst: Bootstour auf dem Panamakanal

Was hältst du davon selbst auf einem Boot durch die Schleusen des Kanals zu fahren? Möglich ist das zum Beispiel auf der Pacific Queen.

Du kannst wählen zw. einer 5-6-stündige Teilstreckentour sowie einer 11-12-Stunden Tour durch den kompletten Kanal vom Pazifik bis zum Atlantik.

Kosten: Teilstrecke: 145 $ Erwachsene, 95 $ Kinder 3-12 Jahre; Gesamter Kanal: 195 $ Erwachsene, 105 $ Kinder 3-12 Jahre. Inklusive Wasser, Mittagessen, Guide und Hotelabholung. Bei der Ganztagestour ist noch ein Frühstück und Nachmittagssnacks dabei.

Alternative Anbieter:

Über Get your Guide* oder Barefootpanama kannst du auch Transitouren auf dem Panamakanal buchen.

Eine Alternative ist eine Bootsfahrt auf dem Gatunsee* ohne die Schleusen zu passieren. Hier beobachtest du vor allem die wunderbare Natur rund um den Panamakanal.

3.4. Perfekt für Abenteurer: Mit dem Kajak auf dem Gatúnsee

Paddel doch einfach auf einem Abschnitt des Panamakanals: Auf dem Gatúnsee. So kannst du die Schiffe teilweise ganz nah erlebe.

Aber der Fokus liegt eindeutig darauf, Einblicke in die wunderbare Natur um den Kanal zu erhalten. Touren bieten z.B. Adventurespanama, Panamatrails oder Get your Guide* an.

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4. Panamakanal FAQ zum schnellen Nachschlagen :

Schiffe warten auf die Einfahrt zum Panamakanal

Haben wir dir Lust gemacht auf den Panamakanal? Na dann nix wie los und erlebe ihn auf deine ganz eigene Art!

Noch mehr Informationen rund um deine Individualreise in Panama findest du in unserem Backpacking Panama Beitrag und allen anderen Panama Beiträgen oder gleich in unserem Panama Reiseführer.

Liebe Grüße Anna & Chris!

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