Damai Beach & Gunung Santubong

Schlafen umgeben von Bäumen am Damai Beach

Nach ein paar Tagen in Kuching zog es uns zum nahe gelegenen Damai Beach am Südchinesischen Meer. Eigentlich auch für einen Tagesausflug geeignet, wir wollten aber ein bisschen dort bleiben.

Günstige Unterkünfte gibt es in der Nähe leider keine, übermäßig teuer sind die Resorts aber auch nicht. Wir entschieden uns für das Permai Rainforest Resort*. Auch wenn es billiger gegangen wäre, war es für uns in diesem Moment die absolut richtige Wahl! Zum zweiten Mal erfüllten wir uns den Traum von einem Baumhaus.

Das Baumhaus war aber nicht vergleichbar mit unserem Nyuh Bengkok* Baumhaus auf Nusa Penida. Jenes hatte ein richtiges Kinder-Abenteuer-Baumhaus-Feeling. Permai war die Erwachsenen-Variante.

Unser Baumhaus wirkte von außen wie eine Bruchbude auf Stelzen, überraschte jedoch von innen, so dass wir kurzfristig den Mund vor Staunen nicht zu bekamen.

Es war fast schon eine kleine Wohnung, mit Eingangsbereich, kleiner Küchen-Ecke, eigenem Bad und großem Schlafzimmer.

Das größte Highlight war die Aussicht, für die man nicht mal auf den Balkon hinaus musste. Man musste sich nur aufs Bett legen und konnte Dank der großen Fensterfront den Blick nach rechts, links oder geradeaus genießen.

Schräg links hatten wir den herrlichen Damai Beach und das Südchinesische Meer vor uns. In allen anderen Richtungen umgaben uns Bäume.

Ich bin kein Mensch der gerne drinnen sitzt. Ich muss immer raus. Zumindest auf einen Balkon. Aber dieses Zimmer war mit seiner offenen Atmosphäre, hineingepflanzt mitten in die Bäume, einfach so herrlich und man fühlte sich dermaßen vom Dschungel umarmt, dass ich hier sogar wirklich gerne Zeit im Zimmer verbrachte. Und wenn nicht, musste ich nur wenige Schritte auf den wunderbaren Balkon.

Glücklich im Dschungel Resort am Damai Beach

Überhaupt war das ganze Resort wunderbar in den Dschungel integriert. Kein Wunder also, dass hier Silberne Haubenlanguren (eine andere Gattung als die Thomas Languren, die wir bereits auf in Bukit Lawang auf Sumatra gesehen hatten) einfach auf den Bäumen über dir hüpften und von Nahem bewundert werden konnten.

Besonders amüsant fanden wir die Warnschilder vor Schlangen am Buffet. Also richtigen Schlangen, nicht Schlangen anstehender Menschen. 😀

Zum ersten Mal in diesem Urlaub, fühlte es sich für uns wie Honeymoon an. Eine schöne romantische Unterkunft konnten wir uns auch mal gönnen, waren das doch so gesehen unsere verlängerten Flitterwochen.

Ich hatte wochenlang eine herzförmige Wunderkerze mit mir im Rucksack rumgeschleppt. Diese hatte uns jemand zur Hochzeit geschenkt. Leider konnten wir bisher nicht herausbekommen wer, da sie sich vom restlichen Geschenk gelöst hatte. Falls du, der Schenkende, das liest, so melde dich doch. 😉

Ich hatte sie eingepackt und aufbewahrt, um sie im perfekten Moment anzuzünden. Dieser war nun gekommen. Gleichzeitig war an diesem Tag der Geburtstag von Christophs Mama. Somit hatten wir die Kerze auch zum Gedenken an Sie angezündet.

Sarawak Village beim Damai Beach

In der Nähe des Damai Beach gibt es das Sarawak Village. Malaysia ist ja ein multikulturelles Land. Die Region Sarawak ist dabei besonders bunt. Das Sarawak Village soll den Leuten die Vielfalt dieses Staates näher bringen.

Man kann die typischen traditionellen Häuser der verschiedenen hier lebenden Volksgruppen besichtigen. Da gibt es natürlich die Malaysier und die Chinesen. Daneben aber noch die indigenen Völker: Die Bidayuh, Iban, Penan, Melanau und die unter dem Begriff zusammengefasste Gruppe der Orang Ulu. Mehr dazu in der Infobox ganz unten.

Vertreter der Volksgruppen demonstrieren das für sie typische Handwerk, Freizeitbeschäftigungen oder Rituale. Zum Beispiel kann man sich die Herstellung von Zuckerrohrsaft, die Verarbeitung von Schwalbennestern und vieles Mehr zeigen lassen.

Was haben Schwalbennester mit Suppe zu tun?

Kleiner Exkurs: Die Schwalbennester gelten in Form einer Suppe als Delikatesse in China. Wobei in China selbst diese Art Schwalben kaum vorkommt, so dass Liebhaber dieser Delikatesse auf den Import angewiesen sind.

Verarbeitete Schwalbennester können, laut unserer Info, in Hongkong bis zu 2.000 $ (schwarze Nester) oder 4.000 $ (weiße Nester) pro Kilogramm kosten! Eine authentische Schwalbennestersuppe kann 60 $ oder gar mehr kosten!

Indonesien ist mit 80-100 t im Jahr Großexporteur. Malaysia exportiert 10 t jährlich.

Mitmachen und traditionelle Tänze im Sarawak Village

Zurück zum Thema, wir waren im Sarawak Village. Am Ende des Tages werden noch traditionelle Tänze aufgeführt und man kann die Dinge, die dort zum Demonstrieren hergestellt werden, zum Verkosten kaufen oder bei manchen Aktionen mitmachen.

Zum Beispiel kann man sich im Blasrohr-Schießen versuchen, eine Jagd-Methode der Penan, was echt Spaß macht. Ich habe gleich mit allen drei Versuchen die Dosen getroffen, yeah! Ein Naturtalent. 😀 Chris nicht, haha. Gut ich gebe es zu, ich habe gefragt mit welchem Teil des Rohrs ich zielen soll. Trotzdem gut oder?

Der Berg (Gunung) Santubong nahe Damai Beach

Am Samstag machten wir uns auf zum Aufstieg auf den Berg Santubong im Santubong Nationalpark.

Diesen haben wir bereits bei unserer Wetland Cruise Tour von Weitem bewundert. Unser Boots-Guide sagte uns, dass die Form des Berges an das Profil eines Affen erinnere. Mich erinnerte sie eher an Barney von den Simpsons.

Die Santubong Legende

Der Legende nach handelt es sich beim Santubong aber um eine von zwei Schwestern (Prinzessinnen), die verwandelt wurden. Die eine eben in den Berg Santubong, der nach ihr benannt wurde und die andere in den Berg Sejinjang.

Beide Prinzessinen waren unsterblich und hatten sich in den gleichen sterblichen Mann verliebt. Es kam zum Streit. Die Verwandlung war die Strafe des Königs für den Streit um einen Sterblichen, so die eine Ausführung der Legende in Kurzfassung.

Der Santubong soll demnach das Profil dieser Prinzessin darstellen. Die muss ja schön gewesen sein, wenn sie unseren Guide an das Profil eines Affen erinnert… Ihr könnt ja selbst entscheiden, was ihr seht:

Aufstieg zum Gunung Santunbong

Der Berg selbst ist, außer der Legende, nicht bekannt oder etwas Besonderes. Wir waren einfach motiviert ihn zu besteigen und im Nationalpark, der ihn umgibt, zu wandern. Und wie sich herausstellte, war der Weg hinauf dafür absolut etwas Besonderes.

Zuerst ging es über recht ebene Dschungelpfade in den Nationalpark hinein. Bis sich der einfache Rundweg und der schwere Weg, der zum Aufstieg führt, trennten.

Schwierigkeitsstufe hoch

Ab hier steigerte sich der Schwierigkeitsgrad der Strecke immer mehr. Vorbei an einem Wasserfall wandelten sich die Dschungelpfade erst in steile Steigungen, die später in Dschungelhänge übergingen.

Über Wurzel, Stock und Stein und glitschige Leitern ging es stetig bergauf. Kein Wunder braucht man für die letzten ungefähr 2 km laut Angabe mindestens 2,5 Stunden, denn an kaum einem Abschnitt muss man nicht steigen oder klettern. Bei Kletterabschnitten eigneten sich die meist sehr festen Wurzeln super als Halt. Es war mega anstrengend.

Ich weiß auch nicht warum wir motiviert waren weiter zu gehen, aber Aufgeben ist halt nicht drin. Auch wenn unsere Muskeln uns eindeutig klarmachten, dass dieser Weg für den untrainierten Weltenbummler nichts ist.

Ganz ungefährlich war der Weg auch nicht, wovon uns nicht erst die „risky climbing“ Schilder überzeugten. Hatten wir solche Kletterpartien bisher gemieden, bekamen wir sie gerade doppelt so heftig und in 10-facher Ausführung zu bewältigen.

Der Gipfel wartet

Doch wir hatten es auf den Gipfel geschafft. Yeah, king and queen of the hill! Aber Grund zur Freude hatten wir nicht wirklich, denn rauf geht es ja bekanntlich einfacher als runter. Und dann auch noch mit unseren müden zittrigen Muskeln. Daher hatten wir schon ein bisschen Bammel vor dem Rückweg. Oh oh.

Leider wurde die Mühe des Aufstiegs nicht mit einem sagenhaften Rundblick belohnt. Zuerst zog der Gipfel zu. Hatten wir so auch erwartet, da der Santubong meistens wolkenverschleiert ist. Aber selbst als es dann aufklarte, sah man nicht viel mehr. Der ganze Gipfel war nämlich, außer an einer Stelle, rund herum zugewachsen. Schade, das hatten wir wiederum nicht erwartet. Aber der Weg an sich war den Ausflug wert, daher auch egal.

Rutschige Kletterpartie beim Abstieg

Nach einer wohlverdienten Pause, machten wir uns an den Abstieg. Auch wenn wir gut in der Zeit waren, der Weg super beschildert war und man mit Reflektoren sogar für diejenigen, die ungeplant in Dunkelheit zurückkehren sollten, gesorgt hatte, wollten wir rechtzeitig unten sein.

Regen machte die absteigende Kletterpartie noch abenteuerlicher, aber wir kamen heil unten an.

Geschafft! Und es war herrlich und echt cool! Anstrengend, aber voll nach unserem Geschmack.

Im Dschungelpool am Damai Beach erholen

Nach der Wanderung belohnte ein Eintauchen in den kühlen Dschungelpool unserer Hotel Anlage die Mühen des Tages. Der Dschungelpool wurde vom nahe gelegenen Wasserfall gespeist, perfekt also um den von der tropischen Wärme aufgeheizten Körper abzukühlen.

Umgeben von Bäumen, war es ein herrliches Badeerlebnis unter dem grünen Blätterdach zu entspannen, sich aufs Wasser zu legen und das Grün um einen herum, sowie die herumtollenden Eichhörnchen, zu beobachten.

Der Tag war zu Ende und wir waren am Ende. Das würde ein ordentlicher Muskelkater werden!

Liebe Grüße Anna & Chris!

Du kannst den Tag auch direkt im Video unten miterleben. Einfach zurücklehnen und genießen. 😉

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Video-Link: https://youtu.be/amVoYDK6i60

Die unterschiedlichen Volksgruppen Sarawaks

Bidayuh

8,4 % der Einwohner Sarawaks gehören zu den Bidayuh, die sich wiederum in Jagoi, Biatah, Bukar-Sadong, Sulakau und Lara unterscheiden. Sie leben, beziehungsweise lebten, vorrangig an bergigen Wasserscheiden, weswegen sich ihre Runden traditionellen Häuser deutlich von den Häusern der anderen Volksgruppen unterscheiden.

Iban

Dann gibt es die Iban. Ungefähr ein Drittel der Sarawak Bewohner sind Iban. Sie bauten ihre Häuser so, dass diese 12-20 Jahre halten oder eben bis die Umgebung nicht mehr ergiebig ist. Dann packten sie ihre Sachen und zogen weiter, wo auch immer eine Lebensgrundlage zu finden war. Heute wohnen noch viele Iban in Langhäsuern, aber auch einige in Städten.

Penan

Die Penan sind Dschungelnomanden. Noch heute wohnen einige der Penan im Wald. Viele haben aber auch zu siedeln gelernt, ebenso Ackerbau zu betreiben. Es gibt sie aber noch immer die Penan, die im Wald wohnen. Sie bauen ihren Unterschlupf meist nur damit dieser einige Wochen oder maximal Monate hält. Sobald keine Lebensmittel mehr in der Umgebung zu finden sind oder wenn ein Familienmitglied verstorben ist, wird alles zusammengeräumt und ein neuer Ort für die kurzfristige Siedlung gesucht. Penan sind es auch, die Blasrohre bauen und damit ihre Beute erledigen. Die Pfeilspitze ist mit dem Milchsaft des Upasbaumes (Antiaris Toxicaria) getränkt. Die Beute stirbt letztendlich an Herzstillstand.

Orang Ulu

Orang Ulu machen ungefähr 5,5% der Sarawak-Bewohner aus. Hierbei handelt es sich tatsächlich jedoch um keine Volksgruppe, sondern um einen Begriff, der eingeführt wurde, um mehrere Ethnien Sarawaks zusammenzufassen, die vor allem in den mittleren und oberen Bereichen der längsten Flüsse Sarawaks leben. Die Orang Ulu waren einst in der ganzen Region als Schwertschmiede bekannt. Da die Orang Ulu auch Ackerbau betrieben, wurden deren Häuser gebaut, um lange zu bestehen.

Melanau

Ungefähr 5,8 % der Population Sarawaks sind Melanau. Sie lebten traditionell küstennah und bauten riesige Häuser, die 12 Meter über dem Boden standen. Ein weiterer Punkt mit dem sich die Melanau von all den anderen Volksgruppen abheben ist, dass bei ihnen nicht Reis, sondern Sago das Grundnahrungsmittel bildet.

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Dieses Baumhaus muss ein echtes Erlebnis sein, wenn es nur halb so gut kommt wie auf dem Foto.
Das wäre genau meines 🙂

Gaga

“Vom Dschungel umarmt”❤ … wie schön geschrieben! Ausserdem hab ich über eure Abenteuer herzlich gelacht😁

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