Nachtbus Parapat nach Bukittinggi: Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist schön

Busfahrt Parapat- Bukittinggi

Leider war auch am See Toba irgendwann die Zeit gekommen, dass wir den wunderbaren Ort der Ruhe verlassen mussten. Aus einem Zustand tiefster Entspannung glitten wir in eine Position stärkster Verspannungen: Unsere Fahrt mit dem Nachtbus (oder auch night(mare) bus) von Parapat nach Bukittingi.

Um 17 Uhr sollte es losgehen.

Mit nicht allzu großer Verspätung rollte der Bus um 18:30 mitsamt der europäischen Zusatzladung – außer uns stiegen noch die Franzosen Audrey und Adrien zu – los.

Vollgepackt mit warmen Sachen (was wir an Warmen dabei hatten findest du in unserer Weltreise Packliste), vorbereitet auf eine Nachtfahrt in einem klimatisierten Bus in Südostasien, musste ich nach nicht mal einer Minute meine warmen Klamotten überziehen. Christoph meinte noch „fang doch nicht jetzt schon an“. Doch bald bibberte auch er.

Bitten unsererseits die Temperatur zu erhöhen, sowie heimliches Verstellen des Thermostats durch Adrien: Es brachte alles nichts.

Nach einiger Zeit wurde wieder auf die Stufe „ihr werdet alle erfrieren“ gestellt. Dabei hätte der Bus in diesen Höhenlagen und dann auch noch in der Nacht wohl eher eine Heizung als eine Klimaanlage gebraucht.

Ich zog meine Kapuze zu so fest es ging…

…wappnete mich zusätzlich mit meinem Schal und nutzte mein Multifunktionstuch* (das findest du in der Weltreise Packliste), das eigentlich als Schlafmaske dienen sollte, um meine Nase und meine Wangen vor dem Gefriertod zu bewahren.

Ohropax rein, um die laut vor sich hin quietschenden indonesischen Liebeslieder abzudämpfen.

Sobald es vollständig dunkel wurde (also kurz nach 19 Uhr, im Bus war keinerlei Licht an), konnte ich – trotz des Gefühls mein eBook in der Arktis statt in Indonesien zu lesen – meine Augen kaum aufhalten.

Also zog ich mein Gefrierschutztuch noch ein Stück weiter hoch – leider nun unter leichtem Wärmeverlust in der Region um den Mund – damit es mir gleichzeitig als Schlafmaske dienen konnte.

Hä wie? Gerade schrieb sie doch noch, dass es vollständig dunkel sei im Bus, wozu dann eine Schlafmaske, wenn der Mund dann friert?
Wartet es ab, ich kenne die asiatischen Nachtbusfahrten!

Transport der Mumien

Ich weiß nicht wie ich aussah, aber Christoph war (wenn ich mal nachts aufwachte) lustig anzusehen. Steif, eingewickelt in jegliche Lagen Stoff, die er bei sich hatte, saß plötzlich eine Mumie neben mir. Nur die geschlossenen Augen, umrahmt von rausgequetschter Wangenhaut, lugten raus.

Dank meines Fensterplatzes, Ohropax und der Augenbinde konnte ich in den 11 Stunden Dunkelheit immerhin etappenweise schlafen. Immer wieder geweckt durch starke Steißbeinschmerzen, Verspannungsschmerzen, Kälte, Bushüpfer, mein wegrutschendes Kissen oder das Gewusel drum herum, das ich allerdings, so gut gewappnet, nur halb mitbekam.

Jetzt aber dazu, was Christoph zu 100 % mitbekam:

Direkt neben ihm fing es erst mit sich immer mehr häufendem, regelmäßigem Gerülpse an. Das ging in Brechandeutungen über, bis der arme Kerl (ein Indonesier) die ganze Nacht hindurch in regelmäßigen Schwallen erbrach. Die Straßenverhältnisse waren wirklich nichts für empfindliche Reisemägen….

Vorbeiziehende Wellen saurer Gerüche und die lauten Brech-Geräusche erinnerten Christoph nicht gerade an einlullendes Wellenrauschen und salzigen Meeresduft. Mit Ohropax schlafen kann er leider auch nicht.

Ab und zu wurde dann der saure Geruch von Rauch überdeckt, wenn der Busfahrer gemütlich an einer Zigarette zog. Zwei kurze pffft pffft nach dem Rauchen und ein blumiger Raumduft erfüllte den Bus. Joah. Das unterstützt schon eher die Vorstellung sich an einem paradiesischen Schlafplatz zu befinden.

2 Uhr in der Nacht:

Nicht nur der Busfahrer, sondern anscheinend auch alle Indonesier verspürten wohl das Bedürfnis für ein spätes Abendessen. Passende Uhrzeit würde ich sagen, warum nicht.

Also anhalten, Licht an, alle raus außer wir Europäer, aber Licht blieb an.

5 Uhr am Morgen:

Zeit für ein Gebet. Also wieder: Anhalten, Licht an, alle raus außer wir Europäer, aber Licht blieb an.
Bis zu dieser Uhrzeit wurde dann wohl auch die Toilette schon einige Male benutzt, so dass sich ab und an ein neuer Duft zum bisherigen Mix dazu gesellte.

7:00 am Morgen:

Etwas tropfte da doch gerade auf meinen Kopf?!?

Ah ja alles klar: Ich schaute rauf zur Decke, wo sich die kondensierte Luftfeuchtigkeit zu etlichen Tröpfchen gesammelt hatte.

7:30 am Morgen:

Frühstückspause. Jetzt wollten auch wir raus.

Unter erschwerten Bedingungen, vor Kälte und Versteifung kaum fähig Schritte zu machen, schafften wir es gerade so aus dem Bus.

Doch die wohltuende Wärme des hereinbrechenden Tages wärmte schnell unsere Gliedmaßen und ein paar Schritte lockerten die Versteifung. Irgendwie hatten die Indonesier schon wieder Hunger und aßen fröhlich Frühstück. Wir tranken nur Kaffee bzw. Audrey und Adrien Tee.

11 Uhr am Vormittag:

Endlich angekommen in Bukittinggi!

Spontane Umentscheidung: Es geht weiter

Eigentlich hatten Chris und ich überlegt eine Nacht in Bukittinggi zu bleiben, bevor wir weiter nach Harau fahren würden, denn nach dieser entspannten Fahrt, hatten wir nicht wirklich Lust auf weitere Fahrten und das auch noch in Mini-Bussen.

Audrey und Adrien erzählten uns dann von einem ganz netten Homestay, das sie in Harau Valley reserviert hatten. Das klang toll! Und nach Entspannung!

Na dann, lass uns das doch auch gleich ansteuern, das wird die Weiterreise schon wert sein. Denn auf Bukittinggi hatten wir jetzt plötzlich keine Lust mehr.

Zu viert können wir uns vielleicht auch ein Taxi teilen, was uns nach der langen Fahrt echt lieber wäre, statt jetzt noch 3 Mal Bus wechseln und eingequetscht rumsitzen.

Wir fanden noch ein Taxi für 200.000 IDR (der übliche Mindestpreis sei 250.000, sagte man uns im Nachhinein. Top!). Das vereinfachte  die Weiterfahrt ungemein und zu viert war es preislich auch voll in Ordnung.

Wir durften halt auch mal bequemer fahren! 🙂

Liebe Grüße Anna!

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Video-Link: https://youtu.be/87UdJlY69LQ
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