Angkor: Kulturbanausen in der größten Tempelanlage der Welt

Verabredung in Siem Reap (Kambodscha)

Kurz nachdem wir Borneo betreten hatten, stand bereits fest, wann und wohin es weitergehen würde. Das mögen wir eigentlich gar nicht. Erst recht nicht, da wir zum ersten Mal ein Visum mit ganzen 3 Monaten Aufenthaltsdauer hatten, welches uns somit zeitlich wenig einschränkte.

Aber der Grund dafür, dass unser nächstes Ziel fix war, war ein schöner und wir freuten uns darauf. Denn wir hatten uns mit meiner Ex-Arbeitskollegin und Freundin Eva verabredet, in Siem Reap, Kambodscha.

Warum dort? Weil Siem Reap in der Nähe von Angkor – einer Region des alten Khmer Königreichs – liegt. Davon zeugen heute noch zahlreiche Tempelanlagen, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Ein Ziel, dass schon sehr lange auf unserer To-Do-Liste stand. Ich war sogar 2011 schon auf dem Weg dorthin, als ich, aufgrund eines plötzlichen Todesfalls in der Familie, zurück nach Hause reisen musste.

Jetzt war es endlich soweit, wir gingen nach Angkor!

Nach einer wenig erholsamen Nacht am Flughafen von Kuala Lumpur, hatten wir uns in Siem Reap einquartiert. Ungeduldig wartete ich am Pool unseres Hotels Blossoming Romduol Lodge*, Chris schlief im Zimmer, da kam sie endlich. Eva war da! 😀 Und was hatte sie uns mitgebracht? Eine Erkältung! 😯

Wir wurden einige Tage nachdem Eva ankam, im Inselparadies auf Koh Mak und Ko Kood, krank. Erst war Chris erkältet, dann ich. Meine Erkältung hält jetzt (drei Wochen danach) noch immer an. Ok, Spaß beiseite, Eva war nicht schuld. Wir brauchten einfach einen Sündenbock und da kam Eva ganz gelegen, die uns vorher noch glücklich verkündet hatte, dass sie froh war, ihre Erkältung los zu sein. 😛

Noch waren wir aber in Siem Reap und gesund, wussten nichts von dem kleinen Übel, das sich langsam in unseren Körpern ausbreiten würde. Somit machten wir uns auf, die Region Angkor zu erkunden.

Den small Circuit von Angkor erkunden

Für den ersten Tag nahmen wir uns den Small Circuit von Angkor vor. Das ist eine Runde, die die bekanntesten Angkor Highlights umfasst, aber mit mehr und größeren Tempeln anstrengender sein soll als der Big Circuit.

Mit diesen zwei Runden hat man aber noch lange nicht alle Tempel von Angkor gesehen. Oh nein! Angkor beherbergt tausende (ja tausende!!!) davon. Hier könnte man locker mehrere Tage oder gar Wochen verbringen, ohne einen Tempel zweimal gesehen zu haben. Wir nahmen uns zunächst nur die Minimalversion von einem Tag vor.

Unser Tuktuk holte uns morgens ab und es ging los.

Erstes Ziel: Angkor Wat

Wenn man sich mit allen Details dieser Anlage beschäftigen würde, könnte man allein hier schon einen ganzen Tag verbringen. Taten wir aber nicht. Wir ließen es einfach auf uns wirken und schlenderten umher, bis wir keine Lust mehr hatten.

In den Außenbereichen der Anlage buhlten zahlreiche Stände mit Bildern, Essen und Klamotten um das Geld der Touristen: „Scarf Miss? 1 Dollar?“, „Buy a painting“, überall hörte man „one dollar, one dollar“. Alles kostete irgendwie einen Dollar. Machte ein wenig die Stimmung kaputt, aber so ist das nun mal. Jeder will vom Tourismus profitieren. Erst Recht die armen Kambodschaner. Die Stände waren ja auch nur außerhalb der Anlage, war also ok.

„Fresh coconut?“. Die gönnten wir uns dann auch.

Der Mystische von Angkor: Banteay Kdei Tempel

Als nächstes stand der Tempel Banteay Kdei auf unserem Plan. Wir fanden den Banteay Kdei bezaubernd. Eine mystische Ruine, bewachsen mit Moos, kleinen Pflanzen und Bäumen. Macht dem bekannten Ta Phrom gute Konkurrenz, vor allem, weil er weniger überlaufen ist.

Auf Lara Crofts Spuren: Ta Phrom Tempel

Wir spazierten durch den Banteay Kdei von Ost nach West, um von dort in den Ta Phrom Tempel zu gelangen. Der wohl bekannteste Tempel von allen, da hier der Film Tomb Raider mit Angelina Jolie gedreht wurde. Eine riesige Ruine aus der und über die Bäume wachsen. Wahnsinnig schön und geheimnisvoll. Aber eben auch voller Touristen. Da Vorsaison war, ging es aber noch.

Kein großes wow für uns: Ta Keo Tempel

Inzwischen waren wir auch schon ein bisschen k.o. und gönnten uns Snacks und Eiskaffee, bevor es zum nächsten Tempel ging.

Im Ta Keo Tempel führten sehr steile, schmale Stufen nach oben. Nicht gerade ungefährlich. Der Tempel wurde gerade renoviert. Konnte uns jetzt auch kein „wow“ entlocken. Da er nicht besonders groß war, spazierten wir eine schnelle Runde und waren schon wieder zurück am Eingang.

Klein aber fein: Thommanon und Chau Say Tevoda

Auf dem Plan standen außerdem noch die kleinen aber bezaubernden Anlagen Thommanon und Chau Say Tevoda.

Der Schöne in Angkor: Bayon Tempel

Ziemlich fertig spazierten wir in den letzten, aber für uns schönsten Tempel von allen: in den Bayon.

Ziemlich k.o. nach einem heißen tag voller Tempel

Obwohl damit der Small Circuit abgeschlossen war, hätten wir eigentlich noch Zeit bis Sonnenuntergang gehabt, um noch mehr anzusehen, aber wir waren absolut k.o. und hatten genug.

Uns war jetzt mehr nach Abkühlung am Pool, statt nach Tempeln. Leider spielte das Wetter nicht mit und die Pooltime fiel, kurz nachdem wir den Rückweg antraten, ins Wasser. Somit hatten wir unsere Besichtigung zumindest gut getimed beendet.

Nach einem Tag mit nur sehr wenigen Tempeln in Angkor, waren wir allesamt fertig. Wir hatten beschlossen, nicht noch einen oder gar mehrere Tage dranzuhängen. Zwar sahen wir so nur einen Bruchteil und würden die ganzen Tempel verpassen, die wahrscheinlich nicht so überlaufen und trotzdem wunderschön sind, aber mal ehrlich, man kann und muss nicht alles sehen.

Solche Kulturbanausen! Reisen für nur einen Tag Angkor nach Kambodscha und zahlen dafür auch noch 30 $ fürs Visum. Tsss, was für Snobs. 😉

Dann machen wir halt auch Mal nur Highlight-Hopping. Das widerspricht zwar meiner anfänglichen Aussage, dass wir uns für die Dinge Zeit nehmen wollen. Aber dazu ist so eine Reise ohne konkreten Plan eben auch da: Um sich treiben zu lassen und das zu tun, wonach einem gerade ist. Und uns ging es allen nun mal gerade so: Wir waren reif für die Insel. 🙂

Liebe Grüße Anna & Chris!

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Du suchst noch eine Unterkunft in Siem Rep? Wir waren im einfachen Hotel Blossoming Romduol Lodge*. Zentral gelegen, Pool mit Basketballkorb und Ringen, eher junge Leute. Zimmer waren ein bisschen dunkel und muffig, aber nicht unangenehm. Das Personal war freundlich. Wir fanden es perfekt für einen kurzen Siem Reap Aufenthalt und für eine Abkühlung nach einem anstrengenden Angkor Tag. Preis-Leistung super für einfach Reisende!

Siem Rep hat aber noch viel mehr und für jedes Niveau etwas zu bieten!*

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Gabriela De

Uns ging es genauso in Luxor. Alles kostete beim Zurufen nur “one euro”… als ich ein 1 euro shirt anprobierte, wollte er plötzlich 25 Euro. 🤔😲

Ich bin in ein paar Wochen auch endlich da 😍. Wir haben für die Tempel auch nicht mehr Zeit eingeplant, man muss ja schließlich nicht jeden einzelnen sehen 🤣. Euer Bericht und die Bilder sind übrigens sehr toll!

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