Chiang Mai, die Stadt hunderter Tempel! Na und? 😉

Lichterfest in Chiang Mai

Die Kulturbanausen waren wieder unterwegs. Nach einem dreitägigen Zwischenstopp in Bangkok landeten wir in Chiang Mai, im Norden Thailands.

Ohne es zu planen waren wir in ein Lichterfest gestolpert, das unter anderem aufgrund des Vollmonds gefeiert wurde. Es war so schön!

Allein für diesen Abend hatte es sich bereits gelohnt hierher zu kommen, da waren wir uns alle einig. Überall in der Altstadt hingen Lampions oder brannten Kerzen. Wir zündeten auch welche für unsere Familien an und platzierten sie unter den vielen Wunschlichtern. Die Stadt war wie verzaubert. Es war wunderschön und magisch.

Alles handgemacht!

Ein ganz Zusätzlich war auch noch Sonntag. Und das wiederum wussten wir: Am Sonntag war ein besonderer Nachtmarkt in der Altstadt!

Wir wussten aber nicht, dass er so bezaubernd ist! Außer ein paar typischen Klamotten, gab es keinen Touri-Ramsch oder Made-in-China-billig-Zeugs. Lauter Handgemachtes erwartete uns auf hunderten Tischen und Ständen.

Kleidung, Schuhe, Portemonnaies, handgravierte Postkarten, Schlüsselanhänger, Wohnungsaccessoires, Seifen und und und. Ich kann es gar nicht beschreiben, alles war so schön. Wir konnten gar nicht aufhören zu gucken, obwohl unsere Beine schon schlappmachten. Wir hätten gerne so viel gekauft. Alles war dermaßen toll! Am liebsten hätte ich unsere Wohnung damit eingerichtet. Aber upps, wir hatten ja gar keine. Haha.

Wir wollten unsere Rucksäcke auch nicht noch voller und schwerer machen. Aber wir hatten ja jetzt Eva (meine Freundin, die uns einen kleinen Teil unserer Reise begleitete). Daher haben wir auf dem Markt auch unser bisher einziges Mitbringsel gekauft. Für wen, verraten wir nicht. 😛

Die Stadt auf uns wirken lassen…

Obwohl Chiang Mai für seine vielen und fantastischen Tempel bekannt ist, war uns so gar nicht danach welche zu besichtigen. Als sich Regen ankündigte, kam es uns kurz in den Sinn, aber es regnete nicht. Ätsch ihr Tempel!

Wir hatten eher Lust darauf die Natur um Chiang Mai zu erkunden. Ein Blick auf die Karte verriet, dass wir viel zu wenig Zeit für die wunderbare Umgebung hatten. Viele Wasserfälle und Nationalparks zierten die Karte und sprachen: „Besuch mich“! Manche waren jedoch wieder 100 km weit entfernt. Auf so endlos lange Scooterfahrten wie auf Java hatten wir gerade keine Lust.

Bevor wir jedoch in die Natur gingen, ließen wir die Stadt auf uns wirken. Sie hatte uns ja schon mit dem Lichterfest und dem Markt überzeugt. Tagsüber war sie ebenso herrlich. Wir liebten den Chiang Mai Vibe. Hier hätten wir uns vorstellen können hängenzubleiben. Aber der Weiterflug war schon gebucht. Unser Programm in Chiang Mai bestand hauptsächlich aus langem Frühstücken, Flanieren und: Massagen!

Ein Mal ordentlich durchkneten bitte!

Eva und ich lieben es, unsere verspannten Körper auf die traditionelle Thai-Art durchkneten zu lassen. Wer es noch nicht kennt: ein Mal im Leben muss man das einfach mitmachen! Wie eine kleine Thailändern mit den Füßen über dich läuft und dir die Schmerzen durch Schmerzen entfernt, dich in alle Richtungen dehnt und dreht, dass es knackt. Aber glaube mir danach geht es dir besser!

In Deutschland bin ich auch regelmäßig in die Thai-Massage gegangen. Für die Gesundheit – denn Wellness kann man die traditionelle Thai-Massage eigentlich nicht unbedingt nennen – zahle ich auch sehr gerne. Und in Thailand sind sie halt einfach so viel günstiger als bei uns. Das muss man nutzen.

Christoph ist nicht so der Massagen-Fan. Jetzt war aber Eva da und ich musste nicht alleine hin. Wir haben in Chiang Mai alle möglichen Variationen probiert: Die klassische Variante, Massage durch blinde Masseurinnen, durch Ex-Knasti-Masseurinnen (hier musste ich mich noch von meiner vorhergehenden Massage erholen, daher leider aussetzen) und die Tok Sen Massage. Für uns eine neue Erfahrung.

Mit einem Holzhammer wird regelmäßig auf einen kleinen Holzpflock geklopft, mit dem die geübte Masseurin Energiepunkte berührt. Klingt sehr masochistisch, oder? Ist es aber nicht. War sehr gut und echt mal was anderes.

Die Umgebung Chiang Mais erkunden

Wir waren aber nicht nur faul. Oh nein!

Wir wanderten über einen bekannten Pilgerpfad bergauf zum Wat Pha Lat, einem Tempel und Meditationsort.

Wat Pha Lat

Der Tempel liegt an einem Wasserfall. Als wir dort waren und uns eine kleine Pause gönnten, wussten wir sofort, warum dies ein Ort der Meditation war.

Wir setzten uns auf die Felsen zwischen den Kaskaden und genossen was um uns geschah. Rechts, links, vorne und hinter uns: Überall rauschte es. Beruhigend strömte das Geräusch in unsere Ohren. Ich schloss die Augen und ließ es voll auf mich wirken.

Einatmen… Ausatmen… Einatmen… und schon war man nicht mehr am selben Ort. Man schwebte davon… Doch irgendwann mussten sie doch wieder geöffnet werden die Augen. Kurz sammeln. Wo bin ich? Ach ja! 🙂 Schööön.

Zu Fuß hinauf bis zum Wat Phra That Doi Suthep

Das Ziel der Pilger, die den Pilgerpfad gehen, ist aber nicht dieser Ort, sondern das sehr bekannte Heiligtum Wat Phra That Doi Suthep. Da wir noch Energie übrig hatten, gingen wir noch weiter. Es ging noch immer bergauf.

Während anderen Touristen sich über die schlängelnde Asphaltstraße chauffieren ließen, wanderten wir den direkten, schönen und steilen Pilgerpfad hoch. Wir kamen ganz verschwitzt oben an. Aber juhu geschafft.

Da wir schon da sind, dachten wir uns, gehen wir eben doch in den wahrscheinlich total von Touristen überfüllten Tempel. Als los geht’s!

Aber was ist das? Neeein! Wir waren schon ziemlich ausgezehrt und da warteten sie auf uns: Noch 306 Stufen rauf zum Tempel! Buuuhhh…

306 Treppen rauf zum Wat Phra That Doi Suthep

Aber auch das schafften wir noch und mussten ehrlich gesagt lachen (wir sind so gemein), als wir sahen, wie die anderen – die wohlgemerkt mit Taxi oder Bus gekommen waren – immer wieder schnaufend und total fertig beim Treppensteigen stehen bleiben mussten.

Oben angekommen, yes! Jetzt haben wir doch schon den zweiten Tempel besucht! Der Aufstieg hatte sich absolut gelohnt!

Die Tempel-Terrasse bot einen wundervollen Ausblick auf das bewölkte Chiang Mai. Im Tempelinneren wartete ein vergoldeter Chedi – also ein Ort der Anbetung – der Reliquien des Buddha enthalten soll.

Bunte, schöne Bilder entlang der Tempelwand schienen eine interessante Geschichte zu erzählen. Ich wollte unbedingt wissen welche, fand aber keine Erklärung. Im Internet irgendwie auch nicht. Wenn jemand was weiß, bitte gerne kommentieren. 🙂

Hier ein paar Eindrücke davon:

Wir gestehen: Zurück nahmen wir auch eines der roten Taxis. Aber nur bis zum Tempel Pha Lat. Denn wir Sportskanonen waren mit dem Fahrrad zum Startpunkt der Wanderung gekommen. Daher mussten wir das letzte Stück wieder zurückwandern, um zu unseren Fahrrädern zu kommen (die „Taxis“ fuhren nur zu bestimmten Orten).

Runterkommen im Ashram

Eine Freundin von Eva, die liebe Nina, wohnt unweit Chiang Mais in einem Ashram. Als wir so darüber nachdachten, wollten wir auch zwei Nächte dort verbringen. Noch dazu, weil es sowieso in einer schönen Umgebung lag und daher Ausgangspunkt zur wunderbaren Natur sein könnte.

Wir packten also unsere Day-Packs, liehen uns wieder Roller und fuhren die halbe Stunde von Chiang Mai zum Amaravati Ashram. Es war ein herrlicher Ort. Gelegen auf einem Hügel, von dem wir einen wunderbaren Ausblick auf die Region genossen.

Es hatte sich noch eine Yoga-Klasse im Ashram einquartiert. Hatte die Yoga Klasse gerade Kurse, konnte man die wunderbare Stille dieses Ortes genießen. Es gab übrigens sogar Wi-Fi und einen Pool. Das Ashram erfüllte also auch alle Bedürfnisse der Zivilisation. 😉

Die wunderbare Bergwelt Chiang Mais

Wir hatten ja noch unsere Scooter und die Gegend schrie uns förmlich zu: „Erkundet mich“. Wir fuhren los.

Nur wenige Kilometer vorbei an den ganzen Touristen Attraktionen wie Gibbon Zipplining, Elefanten- und Schlangenfarmen, entfaltete sich ein ganz ursprüngliches Thailand vor uns.

Über kurvige Straßen ging es bergauf und du fährst an Farmen vorbei. Kinder spielen am Straßenrand. Farmer betreiben ihre tägliche Arbeit und schauen dich, eigentlich ganz nah an touristischen Pfaden, fragend an: „Was machst du denn hier?“. Und grüßen auch mal. Das ist man von den touristischen Regionen Thailands ja nicht so gewohnt.

Wir fuhren rauf und rauf und rauf und froren immer mehr, bis die Zähne klapperten. Der Ausblick war herrlich. Überall Hügel und Felder. Und so tolle Unterkünfte hier oben. Ach, wie gerne wollten wir einfach hier übernachten und am nächsten Tag mit dem Scooter weiterfahren.

Einen Scooter-Roadtrip halt, wie ihn hier so viele machten. Nach Pai, Chiang Rai und zurück. Nächstes Mal vielleicht…

Inzwischen froren wir ganz schön, also fuhren wir wieder zurück ins Tal.

Aufgewärmt und gesättigt mit köstlichem Thai-Essen im Tal, beschlossen wir noch eine weitere, dieses Mal längere Runde, anzugehen.

Was sagte ich noch am Anfang des Beitrags? „Auf so endlos lange Scooter Fahrten […] hatten wir gerade keine Lust“. Das hat sich aber schnell geändert! Wie denn auch nicht, bei diesen wunderbaren Landschaften. Da war es selbst für mich, die hinten drauf keinen Spaß am Fahren hatte, ein Genuss. Immerhin konnte ich frei in die Landschaft gucken, wenn schon nicht selbst cruisen. Also auf ging’s.

Immer dem Regen davonfahren

Aber was das? Überall um uns herum graue Wolken. Und besonders schwarz waren sie genau in der Richtung, in die wir fahren wollten.

Hmm. Chris und ich wollten bei dem Anblick nicht so richtig weiterfahren. Auch ohne Regen war es in den Bergen schon kalt genug. Eva sagte: „Ich würde es einfach darauf ankommen lassen“. Wir ließen uns überreden. Eigentlich hatten wir ja wahnsinnige Lust darauf, nur eben nicht bei Platzregen.

Zum Glück hatten wir Eva, sonst wäre das Warmduscher-Pärchen daheim geblieben. Wir hatten so viel Glück, das gibt es gar nicht! Überall wo wir hinkamen, hatte es bereits geregnet. Und das nicht wenig!

Als wir oben auf einem Berg standen und die Aussicht genossen, sahen wir gerade eine Wolke mit einem ordentlichen Schauer durch das Tal ziehen, das wir gleich befahren würden. Sie zog von links nach rechts also genau in Fahrtrichtung und somit weg von uns. Der Regen erwischte uns an diesem Tag nie! Perfekt!

Am nächsten Tag waren wir zurück in Chiang Mai. Wir genossen eine letzte Massage und ein Mittag- sowie Abendessen auf dem tollen Street Food Markt nördlich der Altstadt.

Dann brachten wir Eva zum Taxi. Sie stieg auf die Ladefläche des umgebauten Pick-Ups und fuhr einfach davon. Wir winkten. War irgendwie komisch… Jetzt war sie weg. Ging sie zur Massage? Nein. Ab jetzt waren wir wieder nur zu zweit.

Eva, schön, dass wir zusammen unterwegs waren. Es war eine überaus schöne, harmonische und sehr lustige Zeit mit dir! Bis bald!

Liebe Grüße Anna & Chris!

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Ach ich fand Chiang Mai so toll. Auch die vielen kleinen Tempel habe ich mit Begeisterung besichtigt. Aber jedem das Sein 😉 Dafür haben wir den Scooter-Roadtrip nach Pai mit dieser tollen Aussicht verpasst 🙁

Ich war vor langer Zeit mal in Chiang Mai – aber ich glaube, ich muss da noch mal hin. Es gibt da ja echt viel zu sehen und zu tun.

Hallo ihr beiden,

Ist ja mal richtig schön, dass ihr gerade zum Loy Krathong Festival in Chiang Mai wart! Wir waren 2017 auch dort und fanden es einfach magisch! Wir lieben es ja, andere Blogs durchzustöbern und eigene Erinnerungen wieder hochkommen zu lassen. Danke euch dafür! 😉

Viele Grüße,
Valentin & Jasmin

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