Guatapé & Piedra del Peñol – Pueblo kunterbunt & das Korsett-Ei!

Du sitzt im Guatapé Bus und plötzlich siehst du ihn.

Wie ein überdimensioniertes schwarzes Ei ragt er aus der Landschaft.

Fast überirdisch scheint er zu sein.

Wenn du den Erzählungen glaubst, ist er das auch…

Guatape & Piedra Penol in Antioquia

Tagesausflug nach Guatapé

Ein Ausflug nach Guatapé in Antioquia sollte bei jedem Medellín Besucher auf der Liste stehen.

Denn die Gemeinde ist schön, bizarr schön!

Aber fangen wir von vorne an.

Hier geht’s direkt zu allen Infos wie du dir deinen Ausflug nach Guatapé selbst organisierst

Das untergegangene Dorf

Was heute ein Naherholungsgebiet und eine traumhafte Seenlandschaft ist, war bis in die 60er Jahre noch ein weitläufiges grünes Tal.

Im Tal lag auch ein Dorf. Das Dorf Peñol. Das gibt es heute noch immer, nur liegt es jetzt unter Wasser.

Nur noch ein Kreuz, das La Cruz del Peñol, erinnert daran wo einst die Kirche Peñols war. Es wurde in einer Zeit der Dürre, als der Wasserstand des neuen Sees besonders tief war, errichtet.

Energie geht vor

„Wir brauchen Strom und die Landschaft um Guatapé und Peñol eignet sich perfekt für einen Stausee” beschloss die kolumbianische Regierung.

Also wurde das Tal durch den Fluss Nare geflutet, um den Energiebedarf Kolumbiens zu decken. Ein Stausee entstand, der heute ein liebgewonnenes Naherholungsgebiet der Kolumbianer ist und mit dessen Wasserkraft die Stadt Medellín mit Strom versorgt wird.

Ein neues Peñol wurde unweit des alten Dorfes noch vor der Flutung aufgebaut.

Die Einwohner der untergegangenen Gemeinde Peñol wurden für ihren Verlust durch die Flutung ausbezahlt, wie ihr euch aber denken könnt, nicht genug.

Einige mussten daher in die Armenviertel Medellíns ziehen statt in das neu errichtete Dorf Peñol.

Guatape Landschaft vom Piedra la Penol

Ein Herzstück fehlt im „neuen“ Peñol

Das neue Peñol war leider nicht dasselbe wie vorher. Nicht nur, weil Erinnerungen einfach weggespült wurden, sondern weil etwas Bestimmtes in einem typisch kolumbianischen Pueblo (=Dorf) nicht fehlen darft: Ein zentraler Platz!

Der wurde hier einfach weggelassen. Und das mit voller Absicht obwohl der Hauptplatz sonst das Aushängeschild und Herzstück eines jeden kolumbianischen Pueblos ist. Aber auch ein Ort, an dem die Bewohner sich versammeln und protestieren könnten, z.B. gegen die Flutung. Genau das war der Grund warum es im neuen Peñol keinen Hauptplatz gab.

Die Replica Peñol

Wer den Hauptplatz vermisst wird ihn ein Stück weiter die Straße Richtung Guatapé finden. Zumindest nachgebildet.

Dort, unweit des ursprünglichen Ortes Peñol aber über Wasser, wurde eine Nachbildung Peñols, die Replica de Peñol platziert. Ein beliebter Stopp bei Touristen.

Piedra del Peñol: Das schwarze Ei in der Landschaft

Aussicht von unten auf den Felsen von Peñol

Mitten auf dem Weg von Peñol nach Guatapé siehst du ihn plötzlich aus der Landschaft ragen: den Piedra (=Stein) del Peñol. Er scheint am falschen Ort zu stehen der über 200 m hohe Felsen. Wie kam er nur hierher? Hat ihn eine riesige Hand hier platziert?

Einheimische erzählen sich, er sei ein Asteroid. Geologen glauben eher, dass der Felsen vulkanischen Ursprungs ist.

Die Schnürung des Felsens

So ungewöhnlich er aus der Landschaft steht, ist das noch nicht alles, was ihn bizarr macht. Helle Stufen ziehen sich durch eine natürliche Felsspalte das komplette Ei hinauf. Sieht aus wie der Rücken einer Riesin, die eine Korsage trägt, die mit weiß-braunen Bändern zugeschnürt wurde.

Nicht nur von Weitem habe die Stufen eine sonderbare Form.

Wie willkürlich durch ein Kind erbaut ziehen sich die Treppen – eine hinauf eine hinunter – mal im Felsen, mal außerhalb, mal nebeneinander, mal ineinander verschlungen durch den Felsen. Fast wie ein Treppenlabyrinth.

GI?

Wer ein beliebter Touristenmagnet ist, der will auch dem zugeordnet sein, der das Geld und das Ansehen abstauben will.

Hier kommen wir zum dritten bizarren Punkt oder eher zur Eigentümlichkeit.

Auf dem Felsen ist ein großes weißes „GI“ eingezeichnet. Was soll das?

Wollten sich hier US-Amerikanische Soldaten, so genannte GIs, verewigen?

Nein. Tatsächlich kam es zu Streitereien zwischen den Gemeinden Guatapé und Peñol. Jeder wollte den Felsen für sich beanspruchen.

Da fing Guatapé einfach mal an seinen Namen ganz groß und von Weitem sichtbar auf den Felsen zu schreiben. Peñol fand das nicht so lustig und wusste das rechtzeitig zu unterbinden. Was blieb war nur das G und ein unvollendeten U, das heute aussieht wie ein I.

Eine der unglaublichsten Aussichten Kolumbiens

659 Studen führen den Piedra del Peñol hinauf.

Geschafft! Stufe 659, oben angekommen!

Und dann erwartet dich eine der unglaublichsten Aussichten Kolumbiens.

Saftige grüne Halbinseln ziehen sich durch die Landschaft des dunkelblauen Stausees, rechts, links, in jede Richtung, die du blickst. Auch wenn die Aussicht auf den Felsen von Weitem und unten schon spektakulär ist, so setzt der Aufstieg im Treppenlabyrinth und der Ausblick, der dich oben erwartet, dem Ganzen noch eins auf.

Das war die Anstrengung doch wert!

Stausee in Gutapé

Das „Ei“ ist übrigens kein Ei, wenn man mal die Perspektive wechselt. Von der Seite ist der Felsen länglich. Dann sieht er eher einem versteinerten Elefanten ähnlich.

Vielleicht ist es ein außerirdisches Elefantenei? 😀 Foto habe ich leider keines, um es dir zu zeigen.

Ein Hafen für die Drogenbaron Familien

Trotz Nähe zu Medellín wurde die ganze Gegend um den Stausee von Drogenkriegen verschont. Auch Drogenbarone brauchen einen Rückzugsort. Dazu eignete sich die Gegend um Guatapé mit den milden Temperaturen und der herrlichen Landschaft wunderbar. Und wer will schon einen Krieg im eigenen Nest anfangen?

Daher siehst du rund um den See heute noch größere Häuser und findest am Wasser die Ruinen der Villa des berüchtigten Pablo Escobar.

Guatapé: Pueblo kunterbunt

Bunte Drahtfiguren in Guatapé

Guatapé hat es aufgrund seiner höheren Lage nicht so nass erwischt wie das Pueblo Peñol. Das ehemalige Farmerdorf Guatapé ist original und heute das bunte Aushängeschild und Touristenzentrum der Gegend.

Klar, Guatapé war nicht ganz so bunt, als es nur ein Fischerdorf war. Das hat sich anscheinend erst mit dem Tourismus ganz so stark ausgebildet, aber ein Original ist es trotzdem.

Was El Peñol fehlt hat Guatapé in besonders attraktiver Form: einen Hauptplatz voll mit bunten Fassaden, Cafés und einer Kirche.

Es ist herrlich durch die Gassen Guatapés zu spazieren. Es gibt so viel zu bewundern. Die Sehnerven explodieren in einem Farbrausch und das Gehirn versucht die vielen Bilder um sich herum zu verarbeiten.

Denn jede Fassade enthält farbenfrohe Reliefs, die meist den Beruf der Bewohner des Hauses zeigen. Zentimeter um Zentimeter zieht es dich also durch die Gassen, denn es gibt so viele Details zu bewundern.

Guatapé & Piedra del Peñol: Organisiere dir den perfekten Tagesausflug ab Medellín selbst! Wir sagen dir wie!

Guatapé und der Piedra del Peñol sind der perfekte Ort für einen Tagesausflug ab Medellín.

Viele Reisende fahren nach Guatapé im Rahmen einer Tour. Wir finden: wozu, wenn es auch so einfach ohne Tour geht? Und einige Vorteile hat es auch noch.

Tour oder öffentlich fahren nach Guatapé?

Vorteile von Guatapé auf eigene Faust:

  • Kommst du rechtzeitig, kannst du den Massen ausweichen
  • Du kannst dein eigenes Tempo bestimmen
  • Schaue nur das an , was dich interessiert
  • Etwas günstiger als eine Tour
  • Du kannst essen wann, was und wo du willst

Vorteile Guatapé mit Tour

  • Je nach Tour sind zusätzliche Stopps dabei, wie Marinilla oder die Ruinen von Pablo Escobars Haus
  • Frühstück & Mittagessen meist inklusive
  • Ein Guide ist mit dabei, der Interessantes über die Region und Sehenswürdigkeiten erzählt
  • Gemütliches Abholen direkt von deiner Unterkunft (aber selbst öffentlich anzureisen ist easy!)
  • Tourbusse halten am Piedra del Peñol weiter oben: du hast weniger Stufen zu gehen 😉

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Mehr zu den Vor- und Nachteilen, Tipps und wie es funktioniert gibt’s für dich in unserem Beitrag zum kostenlosen Abheben weltweit.

Anfahrt zum Piedra del Peñol ab Medellín

Schalter 14 in Medellín: Hier kaufst du Tickets nach Piedra del Peñol und Guatapé

Schalter 14: Hier kaufst du Tickets nach Piedra del Peñol und Guatapé

Der Bus nach Guatapé / Piedra del Peñol fährt ab dem Terminal de Transporte Norte. Dort kommst du ganz einfach mit der Metro hin. Steige dazu an der Metrostation Caribe aus und überquere die Brücke, schon bist du im Terminal Norte.

Dort suchst du den Schalter 14 und kaufst einen Fahrschein nach La Piedra oder direkt nach Guatapé, wenn du nicht zum Felsen magst.

Wenn du zum Felsen wills steigst du bei La Piedra aus.

Hier hält der Bus nach Guatape beim Piedra Penol

Hier hält der Bus und es geht die ersten Stufen rauf zum Felsen

Von hier musst du leider ein paar mehr Treppen steigen bis du bei den eigentlichen Felsentreppen ankommst.

Danach folgen noch die 659 Stufen des Felsens, die du auf über 2000 m Seehöhe hinaufsteigen musst. Da kommst du schon gut aus der Puste.

 

Tipp:
Nimm in Medellín spätestens den Bus um 8:00, um den Massen am La Piedra auszuweichen und somit die Aussicht von oben in Ruhe zu genießen. Ab ca. 11 Uhr verwandelt sich die Plattform in ein Honigbrot, das Bienen anlockt. Dann kommen die ersten Touren und du kannst keine Fotos mehr in Ruhe schießen wie wir das noch auf diesem Bild konnten.

Aussicht von der Terrasse des Piedra del Peñol

Infrastruktur am El Peñol

Die Aussichtsterrasse des Piedra del Penol in Guatape

Aussichtsterasse auf dem Peñol Felsen

Unten am Felsen findest du Verkaufsstände, Toiletten und Restaurants.

Oben auf dem Felsen sind ebenfalls Toiletten und Stände mit Getränken und Snacks.

Einen Fahrstuhl den Felsen hinauf gibt es nicht. Selbst der Nachschub für die Stände wird von Trägern hochgebracht.

Vom Piedra del Peñol nach Guatapé

Bunta Chivas in Guatapé

Bunte Chivas in Guatapé

Etwas über 3 Kilometer sind es zu Fuß vom Felsen bis Guatapé. Machbar, aber das sparen wir uns.

  • Du kannst eines der bunten Chivas (Tuk-Tuk ähnliche Gefährte) nehmen.
  • Oder den halbstündig vorbeifahrenden Medellín-Guatapé Bus für 2.000 COP und schon bist du in wenigen Minuten in Guatapé

Tipp: An vollen Tagen kann es ratsam sein, dein Rückfahrtticket bereits bei der Ankunft in Guatapé zu kaufen.

Was kannst du unternehmen in Guatapé?

  • Schlendere durch die bunten Gässchen und bewundere die Reliefs
  • Mache ein Foto an den farbenfrohen Treppen der Plazoleta de Los Zócalos
  • Nichts für Vegetarier: Iss eine Trucha! Die Lachsforelle ist eine Spezialität der Region und wird köstlich zubereitet. Mmh mir läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen. Wird Zeit für Mittagessen 😉
  • Mache eine Bootstour z.B. zu den Ruinen von Pablo Escobars Villa
  • Wenn du willst kannst du auch Wasserski fahren und mehr…

Übernachten in Guatapé?

Die Lage von Guatapé ist herrlich und mit seiner traumhaften Umgebung eignet es sich perfekt, um ein paar Tage zu entspannen.  Mach das! Schöne Unterkünfte findest du auf Booking.com*.

Dauer & Kosten eines selbst organisierten Guatapé Trips:

Innerhalb Medellíns mit der Metro:

  • Metrofahrt: 2.400 COP

Fahrtdauer Medellín – Guatapé/Piedra: 2 h.
Die Landschaft unterwegs ist herrlich.

  • Bus bis La Piedra: 13.000 COP / bis Guatapé: 14.000 COP
  • Eintritt zum Piedra del Peñol: 18.000 COP
  • Bus von La Piedra nach Guatapé: 2.000 COP

Gesamtkosten: Für alle Fahrten und Eintritt auf den Felsen musst du mit 49.400 COP (ca. 14 €) ohne Essen und ohne zusätzliche Aktivitäten (z.B. Bootsfahrt) rechnen.

Falls du den Ausflug doch lieber mit einer Tour machst (z.B. mit Toucan Café ab 23€), dann beachte, dass bei so gut wie keiner Tour der Eintritt auf La Piedra enthalten ist.

Liebe Grüße Anna & Chris!

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